Samstag, 28. Januar 2012

GeDicht

Ein Mensch, an A-L-S erkrankt
steht zitternd an der Bar und wankt,
er kann sich grad noch halten.

Es dürstet ihn nach einem Bier,
so kritzelt er auf ein Papier:
Ein Pils, eins von den kalten.

Die Wirtin blickt ihn mahnend an
Du hast genug für heute, Mann
du solltest dich was schämen

In deinem Zustand wär es schlau,
du gingst nach Haus zu deiner Frau
sie wird sich sicher grämen.

Er greift zum Stift, will es erklären,
sich gegen ihren Vorwurf wehren,
er sei bereits betrunken

Die Wirtin lässt ihn einfach stehn,
frustriert entschließt er sich zu gehn.
Sie hat ihm noch gewunken.

Nie wieder, denkt der kranke Mann,
schleicht langsam durch die Stadt und kann
das Gleichgewicht kaum halten.

Zuhause gönnt er sich ein Bier
In Zukunft trinkt er lieber hier,
als in der Welt, der kalten.

von Rainer Krug

1 Kommentar:

  1. Erst jetzt entdeckt, kein Kommentar? Wie Bitte? Hier bitte - ein völlig geniales Gedicht, so was von auf den Punkt und voll Witz, geistreich und wunderbar. CHAPEAU!!! Alles Gute.

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